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Die Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter: „Ich lerne viele Berufe gleichzeitig“

Moin Future: Markus Baier Landesbester

Markus Baier hat erst BWL studiert und ist jetzt Landesbester

Nach der Schule gleich in die Ausbildung? Nein, so lief das Ganze bei Markus Baier nicht. Markus machte zuerst Abitur und schrieb sich danach erst einmal an der Uni ein: BWL (Betriebswirtschafslehre) wollte er studieren, um danach in die Wirtschaft zu gehen. Doch nach zwei Semestern musste er sich eingestehen: „Das war anders als ich es mir vorgestellt hatte.“ Heute, gut fast sechs Jahre später, ist Markus Baier Tiefbaufacharbeiter. Und seine Ausbildung hat er als Landesbester in ganz Niedersachsen abgeschlossen!

Wie es dazu kam?

„Nachdem ich die Uni verlassen hatte, machte ich mich erstmal selbstständig“, erzählt Markus, heute 27 Jahre alt. „Baier Hausmeister“ nannte er sich und arbeitete als genau das: Hausmeister, Dienstleister und Junge für alles. Nach 3,5 Jahren merkte er, dass die Arbeit an sieben Tagen in der Woche und ohne Urlaub ihm zu viel wurde.

Er entschied, eine Ausbildung zu machen. „Ich habe überlegt: Was braucht man immer? Was macht mir Spaß? Und dann habe ich auf der Homepage der Arbeitsagentur kurze Filme über die verschiedenen Berufe angeguckt.“

Den Tiefbauer fand er deswegen so spannend, weil man so viele unterschiedliche Sachen lernt und tut: Rohrleitungsbau, Straßenbau, Betonbau, Hausbau, Vermessung – all das gehört dazu, um Rohre und Kanäle zu verlegen. „Der Beruf ist eine Kombination aus vielen.“

Es gibt nicht mehr viele, die das können.

Der Landesbeste Markus war auch schon in den 100 Jahre alten Kanälen unter der Stadt Hamburg unterwegs. „Total faszinierend!“, sagt er. Markus Baier hat zwei Jahre Tiefbaufacharbeiter gelernt und lernt jetzt noch ein Jahr weiter, dann ist er Kanalbauer. „Damit kann ich auch die alten Kanäle sanieren. Interessante ist: Es gibt nicht mehr viele, die diese Kanäle sanieren können. Der Beruf stirbt aus.“

Wer im Bereich Tiefbau arbeiten möchte, muss einigermaßen fit sein, sagt er: „Der Job ist körperlich anstrengend. Maschinen können da noch längst nicht alles, vieles ist noch Handarbeit.“ Notwendig für die Ausbildung ist der Hauptschulabschluss, Markus rät aber zu einem höheren Schulabschluss. „Man braucht technisches Verständnis und muss Mathe können und mögen.“

Wenn Markus dann fertiger Kanalbauer ist, ist seine Karriere aber noch lange nicht zu Ende. Er kann den Bautechniker machen, Werkpolier werden oder staatlich anerkannter Polier, Straßenbaumeister oder Schachtmeister – oder eben Bauingenieurwesen studieren. Für ihn steht fest: „Ich arbeite beim Marktführer der Branche und fühle mich dort sehr wohl – am liebsten möchte ich dort auch bleiben!“

Markus war schon 25, als er seine Ausbildung anfing. „Und ich bin total froh darüber. Ich lege jedem ans Herz: Probier dich aus, finde deinen Weg!“ Bei ihm ist alles am Ende alles super gelaufen: Markus Baier hat die Lehre zum Tiefbaufacharbeiter als Bester aus ganz Niedersachsen abgeschlossen. Sein Arbeitgeber ist übrigens Norddeutschlands Marktführer im Tief- und Rohrleitungsbau: Wilhelm Wähler GmbH.

Infos:

Im ersten Lehrjahr verdienen Auszubildende zum/zur Tiefbauchfacharbeiter/in zwischen 610 und 690 Euro, im zweiten Lehrjahr 840 bis 1.060 Euro. Nach ein paar Jahren Berufserfahrung gibt’s in etwa 2.700 Euro brutto. Und dann heißt es: je mehr Weiterbildungen, desto mehr Gehalt.

Caroline George

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